05 April 2010

am ende der schieferung

Zwei Parallelgedichte von Manfred F. Kolb und mir.

am ende der schieferung

am ende der schieferung
im zehrfeld der zeiten
fossilien gebrochen
aus plattenkalk darin
mich versenkten die
ahnen für ein leben
danach - finger die
meinen abdruck ertasten
im grabungsschutt:
meiner seele gestein
aus jahrmillionen
kreidezeit

rsr e1/e5 03/05042010

das versprechen geglast in
schieferner haltung gelesen
aus wiegender halme
stillendes korn

zur neigung gebettet
das steinerne wort

tjm. Vers.1.2 - 100305

5 Kommentare:

Rachel hat gesagt…

Lieber Reinhard,

deine Antwort darauf bedarf keiner weiteren Worte, sehr gut

einen feinen Ostermontag noch dir


LG, Rachel

LitTalk hat gesagt…

Liebe Rachel,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar - und noch einen schönen "Rest-Ostermontag" wünscht Dir
Reinhard (tjm.)

petros hat gesagt…

Zwei Gedichte die mich sehr ansprechen. Sie regen zum Graben an,
den Blick auf den Stein zu richten und unsere Fingerabdrücke.
Gruß
Petros

ahora hat gesagt…

Beide Gedichte sprechen mich an.

Meine Lesart:


das versprechen geglast in schieferner haltung
gelesen aus wiegender halme stillendes korn

Ein Versprechen, das Hoffnung in sich birgt.

Ob auch das Wort sich einst, plastifiziert (auf CD)als Träger den Ahnen eröffnet
oder eingebrannt ins Bewusstsein, das wir viellecht irgendwann abrufen können, sich uns entgegen neigt?

LitTalk hat gesagt…

Liebe Ahora,
liebe Rachel,
lieber Petros,

danke für Eure Kommentare hier. Wenn wir eine Versteinerung im Schutt des Steinbruchs finden, dann finden wir damit auch einen Abdruck des Lebens.
Aber noch mehr: Wir haben das Versprechen auf Leben gefunden, das im Code der DNA festgeschrieben worden war.

Beste Grüße in die Runde:
Reinhard (tjm.)