schwer nach dem zu suchen
was wir erkennen wollen
schwer etwas zu erkennen
wo nichts ist
doch wenn wir anderes finden...
tjm. - 9.12.2004/10.10.2009
10 Januar 2009
06 Januar 2009
Die Beschaffenheit der Bewegung
auch die „Natur der Bewegung – Was ist Bewegung an sich? Alles scheint einen inneren Drang in sich zu verspüren, sich zu bewegen, sich in Bewegung zu halten, zu verharren, zu beharren. Unser Raum und die Zeit, die Abläufe (Veränderung der Materie, der Energie) im Raum basieren auf Bewegung; sind Zeit und Raum Ausdruck der Bewegung selbst. Die Beschaffenheit der Bewegung läßt sich deshalb nicht auf die Kinematik, der Funktion und Konstruktion von Zeit und Räumlichkeit, allein beschränken, denn alles führt letztlich ins Chaos, dem Ende zu (dem 8. Tag der Schöpfung).
Wohl wissend, dass "Bewegung" aus philosophischer Sicht eine andere Bedeutung hat, gelangt man über den Begriff der Bewegung zum transzendenten Begriff der "Bewegtheit", über die Rotation zu der an ein und demselben Ort verharrenden, sich verzehrenden "Unruh".
(tjm. - 6.01.2009)
Wohl wissend, dass "Bewegung" aus philosophischer Sicht eine andere Bedeutung hat, gelangt man über den Begriff der Bewegung zum transzendenten Begriff der "Bewegtheit", über die Rotation zu der an ein und demselben Ort verharrenden, sich verzehrenden "Unruh".
(tjm. - 6.01.2009)
05 Januar 2009
Schriftsteller Gert Jonke gestorben

Der Schriftsteller Gert Jonke ist am Sonntagfrüh im Alter von 62 Jahren in einem Wiener Krankenhaus gestorben. Ein Bericht findet sich hierzu beim ORF. Der oftmals ausgezeichnete Autor veröffentlichte 1969 seinen ersten Roman mit dem Titel "Geometrischer Heimatroman". Mit dem Text "Erster Entwurf zu einer sehr langen Erzählung wurde Gert Jonke 1977 der erste Preisträger des damals neu geschaffenen Ingeborg-Bachmann-Preises.
Mir fällt dazu das Gedicht von Hilde Domin ein:
Bei jedem Wetter
Gestorben wird auch an blauen Tagen
bei jedem Wetter
Auch an blauen Tagen
bricht das Herz
Hilde Domin
Der Tod scheint in diesen Tagen eine besonders gute Ernte einzufahren. Mir ist dazu ein Textschnippsel aus früheren Zeiten in den Sinn gekommen.
Das große Spiel
Ich bin der andere, der dir auf deinen Wegen entgegen kommt – aber auch der Dritte. Doch wenn ich jeweils der andere – der Dritte – bin, dann bin ich auch du und du auch ich – und du auch der andere und der Dritte. Dann bin ich selbst auch ich und du selbst bist du. Und so wenig ich und du die Worte und Gedanken, die Gefühle der anderen, des Dritten, verstehen, so wenig verstehe ich mich oder du dich selbst, und jeder lebt für sich in seiner ihm unbegreifbaren erscheinenden Welt – denkt nach über den Sinn und Zweck seines Daseins. Bewundert und liebt sich, weint und lacht über sich selbst, schreit in seiner Verzweiflung die eigene Verlorenheit in die Nacht hinaus. In solchen Momenten konstatiert jeder für sich selbst die Lautlosigkeit der Gefühle in dieser Welt, denn keiner will verstehen, dass er die einzelne Karte in einem Kartenspiel ist; hört keiner die Schreie der anderen. Und obgleich die einzelne Spielkarte nur auf vergänglichem Papier gedruckt wurde, hat sie doch eine ihr zugedachte Gewichtung und Rolle im Spiel. In dem man seinen Gegner täuscht, dessen Gedanken erraten will, Mitgefühl über das Pech des anderen heuchelt, offen seine Schadenfreude zeigt; Allianzen mit den anderen Mitspielern bildet, wenn es zum eigenen Vorteil zu sein scheint. Doch jede Karte im Kartenspiel ist schlussendlich ersetzbar, genauso wie das Kartenspiel selbst. Und trotzdem geht das große Spiel weiter, das Leben heißt, mit gleichen, anderen Karten. Drum setze dich an den Tisch, und spiele Karten mit mir, diese Nacht, damit wir einander vielleicht verstehen. Zumindest für die Dauer eines kurzen Spiels – vielleicht auch bis zum Morgengrauen, wenn wir die Spieltische, die Kartenspiele, wieder wechseln.
Doch mische die Karten gut, mein lieber Freund, und ich werde dir zum Zeitvertreib eine kurze Geschichte erzählen. ...
(tjm.)
Links zum Thema:
ORF-Kärnten
SpiegelONLINE Kultur
FOCUS ONLINE Kultur
Gert Jonke bei Wikipedia
(tjm. - 5./6.01.2009)
04 Januar 2009
Herzzeit
Unter diesem Titel wurde der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan zwischen 1948 und 1961 zusammengestellt. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern nach 1945 beginnt im Wien der Nachkriegszeit. Bachmann studiert dort Philosophie, für Paul Celan ist Wien eine Zwischenstation. Jede Phase der schwierigen Beziehung hat ihr eigenes Gesicht, ihren besonderen Ton, ihre Dynamik, ihre eigene Form des Schweigens. Ende 1961 bricht das briefliche Gespräch mit der Zuspitzung der Goll-Affaire und Celans psychischer Krise zusammen.Eine Stelle aus dem Brief von Paul Celan an Ingeborg Bachmann vom 30.10.1951 ist symptomatisch für die Beziehung:
Meine liebe Inge,
dieses Leben scheint nun einmal aus Versäumnissen gemacht, und man tut vielleicht besser daran, nicht allzu lange an diesen herumzurätseln, sonst will kein Wort von der Stelle. ...
Aus dem Brief: Paul Celan an Ingeborg Bachmann, Paris, 30.10.1951
Ingeborg Bachmann, Paul Celan: Herzzeit - Briefwechsel; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
tjm.-4.01.2009
03 Januar 2009
Zum Tod von Johannes Mario Simmel

Johannes Mario Simmel starb am Neujahrstag im Alter von 84 Jahren in der Nähe von Zug in der Schweiz. Es war still geworden in den letzten Jahren um den Autor. Zur Erinnerung: Seine Romane fanden sich in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stets auf den Bestsellerlisten. Bereits zwischen den Jahren 1950 und 1962 verfasste er über 20 Drehbücher. Sein größter Erfolg war die Quick-Serie: "Es muss nicht immer Kaviar sein".(1960)
Links zum Thema:
FAZ vom 3.01.2009
Literaturcafé
tjm. - 3.01.2009
Johann Christoph Friedrich von Schiller

Das Schillerjahr 2009
Am 10. November 2009 können wir den 250. Geburtstag des bedeutendsten deutschen Dramatikers und großen Dichters feiern. Seine Dramen, wie: „Die Räuber“, „Don Carlos“, „Die Jungfrau von Orleans“ oder sein „Wilhelm Tell“. setzten Maßstäbe für die seinerzeitige Entwicklung des deutschsprachigen Dramas. Darüber hinaus zählen seine Balladen immer noch zu den beliebtesten deutschen Gedichten.
Über die Epochen hinweg wurden Schiller und sein Werk von den jeweiligen gesellschaftlichen bzw. politischen Strömungen vereinnahmt. So galt Schiller im 19. und Anfangs des 20. Jahrhunderts für die deutsche Arbeiterbewegung als Freiheitsdichter. Auch die Nationalsozialisten und später das Regime der DDR versuchten Schiller in ihrem Sinne für sich zu vereinnahmen.
Wie wohltuend anders die freie (befreite) Sichtweise Thomas Manns, der sich mit seinem Essay (und seinen Festreden vom 8. und 14.5.1955): „Versuch über Schiller; Zum 150. Todestag des Dichters – seinem Andenken in Liebe gewidmet“, mit Leben und Werk Schillers auseinandersetzte. Thomas Mann starb wenige Monate danach im August 1955; sein Essay kann passagenweise als sein literarisches Vermächtnis gelesen werden.
Auch zum 250. Geburtsjahr des großen Dichters und Dramatikers soll der Focus auf Leben und Werk Schillers gerichtet werden; auf sein Wirken auch als Historiker und Verfasser der philosophisch-ästhetischen Schriften.
Als besondere Termine (des Deutschen Literaturarchivs Marbach) für das Schillerjahr 2009 sind hervorzuheben:
Die Wechselausstellung „Autopsie Schiller. Eine literarische Untersuchuchung“ im Literaturmuseum der Moderne (1. März bis 4. Oktober 2009) sowie
Die Wiederöffnung des Schiller-Naionalmuseums nach dessen Innensanierung am 10. November 2009.
weiterführende Links zum Thema:
Friedrich von Schiller (250. Geburtstag des Dichters ...)
Versuch über Schiller Zum 150. Todestag des Dichters - seinem Andenken in Liebe gewidmet (Essay von Thomas Mann / Festrede 8. und 14. Mai 1955)
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