
Jemand hat mal gesagt, dass der November der unbeliebteste Monat des Jahres sei. Das ist Ansichtssache. So wie ein Glas sprichwörtlich halb voll oder halb leer sein kann, so kann für einen die Natur im Herbst absterben oder sich nur für das kommende Frühjahr schlafen legen, um Kräfte zu sammeln.
Zeit hat für uns ein zyklisches Gefüge. Die Zeit ist in der Natur; die Zyklen in denen wir leben sind jedoch nicht ewig. Und tröstlich stimmt gerade in dieser Jahreszeit der Gedanke: "Zeit hat nicht nur Anfang und Ende, sondern der Anfang ist geschaffen und das Ende hat ein Ziel." [1]
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke
[1] Zeitfluss und Entscheidungszeit; Pfälzisches Pfarrerblatt
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